Die Nacht der Poesie und die Gunst des Publikums

Am vergangenen Samstag fand in Potsdam die 9. „Nacht der Poesie” statt, wie immer im obstbaumgesprenkelten Garten des Museums Alexandrowka. Sie wird vom Literatur-Kollegium Brandenburg e.V. (LKB) ausgerichtet, einem regionalen Literaturverein, in dem ich Mitglied und Teil des erweiterten Vorstands bin.
Das diesjährige Motto lautete „Pfeil der Zeit”, angelehnt an eine Gedichtzeile von Ingeborg Bachmann, die 2026 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte.
Es war ein wunderbarer Abend. Nicht zuletzt deshalb, weil wir den Besucherrekord aus dem vergangenen Jahr noch einmal steigern konnten. Um 100 Prozent. Auf dreihundert Besucher:innen. Es war unglaublich – die Warteschlange war Dutzende von Metern lang, und selbst die eilends hergebrachten Picknickdecken reichten nicht aus, um alle Gäste sitzend unterzubringen. Man kann sagen, was man will, ein Geheimtipp ist die Nacht der Poesie wirklich nicht mehr.

Außerdem war es wunderbar, weil die Texte in ihrer Gesamtheit so gut waren wie noch nie. Ob Lyrik und Prosa, Humorvolles und Nachdenkliches, spicy Liebesgedicht oder Parabel über kindliche Weisheit – ich mochte jeden einzelnen Beitrag.
Und der dritte Grund, warum ich am Ende des Abends so glücklich nach Hause ging, war die Tatsache, dass mein Beitrag (eine Goethe-Persiflage mit dem Titel „Der geballte Faust”) dem Publikum am besten gefiel. So landete ich in der finalen Abstimmung auf dem 1. Platz – und zwar zum dritten Mal (nach 2022 und 2024). Herzliche Glückwünsche gehen außerdem an Bernd Kebelmann und Elke Hübner-Lipkau, die die Plätze 2 und 3 belegten.

v. l. n. r.: Elke Hübner-Lipkau, Bernd Kebelmann, Tobias Radloff (Bild: Henry-Martin Klemt)
P.S.: Gleich vormerken: Die 10. Nacht der Poesie findet am 7. August 2027 statt.